100 Tage bis zum Kultursommer Wien 2026
Der Kultursommer Wien präsentiert sich auch heuer als Stimmungsbarometer der Stadt. Der Spielplan macht sichtbar, welche Fragen und Themen die Künstler:innen aktuell bewegen – von Arbeitsrealitäten über Dating bis hin zum Aufbrechen von Klischees. Zugleich bleibt das Festival seinen Grundsätzen treu: Kultur kommt bei freiem Eintritt direkt ins Grätzl, während der Anspruch auf künstlerische Qualität und Fair Pay unverändert bleibt.
Kultur so nah
Der Countdown läuft: Von 2. Juli bis 16. August bringt der Kultursommer Wien zum siebten Mal ein umfangreiches Kulturangebot aus Musik, Kabarett, Literatur, Theater, Tanz & Performance, Zeitgenössischem Zirkus und Kinderprogramm in die Grätzl Wiens – und das bei freiem Eintritt. Unter dem diesjährigen Motto „Kultur so nah“ rückt der Kultursommer Wien auch heuer wieder die kulturelle Nahversorgung der Stadt in den Mittelpunkt. Das Festival stellt Personen, die in Wien leben oder dort verweilen, einfachen Zugang zu Kunst und Kultur bereit. Dabei sollen mit dem abwechslungsreichen Programm auf den dezentralen Open-Air-Bühnen Menschen aus allen Teilen der Stadt und aus allen Publikumsschichten erreicht werden. Neben den Abendveranstaltungen gibt es Kinderprogramm und Gartenkonzerte in Pensionist:innenheimen. Bei der partizipativen Sparte Kultursommer Plus können Besucher:innen miteinander ins Gespräch kommen und sich kreativ ausprobieren. Außerdem finden ein sonntäglicher Jazz Brunch und zwei Chorabende in Kooperation mit dem Film Festival auf dem Wiener Rathausplatz sowie erstmals zwei Kultursommer-Abende am Ottakringer Bierfest statt.
Der Spielplan als Stimmungsbarometer
Der Kultursommer Wien arbeitet kontinuierlich daran, möglichst viele Stimmen und Lebensrealitäten der Stadt und darüber hinaus auf den Bühnen abzubilden. Während viele Festivals mit kuratorischen Leitmotiven arbeiten, läuft der Kultursommer-Open Call über eine themenoffene Einreichung – die Stadt kuratiert sich im weitesten Sinne selbst. Dabei entsteht ein inhaltlich breiter Spielplan, der zeigt, worüber Künstler:innen jetzt sprechen wollen.
Erste Programmtrends
Im Spielplan stehen heuer viele Stücke rund um Arbeit im Fokus: So beschäftigen sich Defne Uluer & Alicia Peckelsen in Office Creatures mit Produktivität und Mitmenschlichkeit – inklusive Humor und etwas Magie. Genreübergreifend dominiert unter anderem das Thema Dating: Bonding in Motion von Spinning Tales zeigt vielfältige Beziehungsformen mit Elementen des Zeitgenössischen Zirkus. In Dirty Old Women erkunden Jenny Simanowitz & Kathy Tanner als Seniorinnen jenseits der 70 die Welt der Dating-Plattformen und brechen charmant mit Tabus rund um Alter und Intimität. Das Neuschreiben von Traditionen und das Aufbrechen von Klischees sind zentrale Motive bei Musikerin NENDA, während der Verein Comedy Collective in Die Integrierten mit starken Pointen gängige Stereotypen dekonstruiert.
Bühnenwechsel & Empowerment
Heuer gastiert der Kultursommer Wien wieder an denselben Standorten wie letztes Jahr – nur eine Bühne wandert von Währing in den Ottakringer Kongreßpark. Aus budgetären Gründen läuft das reguläre Festivalprogramm heuer um einen Tag kürzer. Am Grundsatz Fair Pay hält der Kultursommer Wien unverändert fest: Alle auftretenden Künstler:innen erhalten eine einheitliche faire Gage. Zusätzlich schafft das Festival Räume, in denen Kunstschaffende ihre eigenen Perspektiven sichtbar machen können.
Ein Blick in den Spielplan mit Kid Pex
"Es wird oft über gewisse Gruppen und Betroffene geredet, aber beim Kultursommer Wien können sie selbst sprechen – musikalisch und inhaltlich. Das stärkt den Austausch und öffnet Türen für Menschen, für die sie oft geschlossen werden." Pero Rosandić aka Kid Pex (Kultursommer-Kurator für Rap & Pop) erzählt vom Kuratierungsprozess und gibt erste Einblicke in das Musikprogramm – den ganzen Beitrag gibt es hier!
