Ein Blick in den Spielplan mit Kid Pex

 
 
Petar Rosandić aka Kid Pex ist Kurator für Rap & Pop beim Kultursommer Wien 2026. Er steht auf einer der Kultursommer-Bühnen und lächelt.
Foto: Niko Havranek

„Slatke muke“: Süße Qualen voller Qualität, Neuentdeckungen, Vielfalt und Fame

 
Petar Rosandić, bekannt als Kid Pex, ist nicht nur Rapper, Aktivist und ehemaliger Journalist, sondern aktuell auch Kurator für Rap & Pop beim Kultursommer Wien. Er gründete die humanitäre Hilfsorganisation SOS Balkanroute, ist eine prominente Stimme der Wiener Hip-Hop-Szene, rappt über Themen wie Migration oder Solidarität und entscheidet unter anderem als Teil des Künstlerischen Boards, wer heuer auf den Kultursommer-Bühnen steht. Nun gibt er erste Einblicke in den Kuratierungsprozess sowie den diesjährigen Spielplan – und erklärt, warum ihm die Auswahl „süße Qualen“ bereitet hat.

Ein Qualitätsprogramm, das die Stadt widerspiegelt
„Ich habe zu Beginn viele Absagen machen müssen. Das war schwierig, weil die Qualität der Einreichungen im Vergleich zum Vorjahr nochmal gestiegen ist und wirklich viele gute Bewerbungen reingekommen sind. Aber irgendwann muss eine Entscheidung her – süße Qualen, würde man bei uns am Balkan sagen“, resümiert Kid Pex angesichts mehrerer hundert Bewerbungen allein in seiner Sparte. Wichtig sei ihm eine gute Repräsentation des Stadtbilds, so der Rapper. Dabei landen auch viele Acts im Programm, die „nicht den größten Fame haben“, aber ein gutes Stimmungsbild Wiens zeichnen und musikalisch abliefern.

Starker Sound mit Haltung
Künstler:innen, die ihre eigene Schiene fahren, sind dem Kurator bei der Auswahl besonders aufgefallen. „Bei mir sind Artists im Programm gelandet, die gefestigt sind, Haltung zeigen und Attitude mitbringen.“ Dabei ist es ihm egal, ob es sich um große Namen oder Newcomer:innen handelt. Guten Sound samt starker Message programmiert der Kurator in den Spielplan: So versorgt unter anderem NENDA das Publikum mit kraftvollen Lyrics, Meduzza bringt jungen Rap aus dem Wiener Jugendzentrum auf die Bühne, Mira Perusich verzaubert mit Popmusik auf Burgendlandkroatisch, Mostviertler Folk gibt es von SarahBernhardt und das Hip-Hop-Urgestein TEXTA wird eine energiegeladene Show liefern. Größen der Hip-Hop-Szene sind heuer übrigens einige dabei – vor allem, weil sie sich mit den Werten des Kultursommer Wien identifizieren und deshalb Teil des Festivals sein möchten.

Empowerment für junge Artists auf den Kultursommer-Bühnen
Petar Rosandić bezeichnet den Kultursommer Wien als wichtige Stütze: Für viele Künstler:innen ist die Performance beim Festival der erste große Auftritt und ein Sprungbrett in die Musikszene. Außerdem können junge Artists von ihren eigenen Erfahrungen berichten. Der Kurator erklärt: „Es wird oft über gewisse Gruppen und Betroffene geredet, aber beim Kultursommer Wien können sie selbst sprechen – musikalisch und inhaltlich. Das stärkt den Austausch und öffnet Türen für Menschen, für die sie oft geschlossen werden.“ Das sei ein großer Gewinn des Kultursommer Wien auf der Bühne und für das Publikum, so der Rapper.

Rap als verbindendes Genre
Dass Rap ein breites Publikum anspricht und Menschen zusammenbringt, ist für Rosandić ein Vorteil dieses Genres: „Rap hat so viele Facetten – wir haben Tiroler Dialekt-Rap, den vielleicht nicht alle verstehen, aber die Leute feiern es trotzdem. Es gibt Rap aus den Bundesländern und politisch starke Acts. Dieses Genre kann extrem viele verschiedene Gruppen erreichen!“ Auch das heterogene Publikum des Kultursommer Wien findet Kid Pex einzigartig: Hier liegen Familien mit Migrationsbiografie neben Jugendlichen aus dem Park im Kultursommer‑Liegestuhl, und daneben sitzen Menschen, die für bestimmte Acts aus anderen Stadtteilen anreisen oder regelmäßig Kulturangebote wahrnehmen. Ihm gefällt die „Wiener Melange“, die viele Sprachen vor und auf den Bühnen sowie die unterschiedlichen Lebensrealitäten, die an den Spielstätten aufeinandertreffen. Das Fazit des Kurators: „Hier passiert etwas Cooles!“
 
Disclaimer: Dieser Beitrag wird vor der Programmpräsentation veröffentlicht. Die Verfasserin Elena Sterlini arbeitet für die Abteilung Presse & Kommunikation des Kultursommer Wien.